Ich würde es genauso wieder tun!

Die Prozesse der Jeanne d'Arc und der Sophie Scholl

Stückbeschreibung

Wenn die lebenslustige 21jährige Sophie Scholl von ihrer Zellengenossin Else Gebel, die als Kommunistin und Regimegegnerin in dem Gestapogefängnis einsitzt , gefragt wird, warum sie denn trotz der Übergriffe der Nazis auf die persönliche Freiheit der Bürger so ein überzeugtes BDM - Mädchen gewesen sei, weist diese auf ihr junges Alter ("Ich war 13, als ich in die Hitlerjugend eintrat.") hin und antwortet: " Du weißt ja nicht, auf welche Weise er uns gekriegt hat!"

Wenn Jeanne d´Arc im Verhör nach ihrer Gefangennahme durch die Engländer einem Mönch anvertraut "Ich wär doch lieber jetzt in meinem Dorf bei meinen Freunden, würde Kränze flechten, rumhängen, tanzen…", dann drückt sie damit aus, dass sie nichts lieber getan hätte als das, was Mädchen in ihrem Alter in aller Welt und zu jeder Zeit normaler Weise tun.

Dieses Theaterstück erzählt die kurzen Lebensgeschichten zweier junger Frauen vor dem Hintergrund ihrer Prozesse. Obwohl 500 Jahre zwischen den Zeitgeschehen liegen, weisen die Verhaltensweisen der Protagonistinnen verblüffende Parallelen auf.

Irgendwann gab es einen Zeitpunkt, in dem ihr Leben eine Wende nahm, sie sich aus dem privaten dem öffentlichen Leben zuwandten, sich gegen Unrecht und Willkür der Herrschaft, des Staates empörten und in den aktiven Widerstand gingen: die eine mit dem Schwert, die andere mit dem Wort.

Sie taten es mit einer bewundernswerten Geradlinigkeit, Aufrichtigkeit und Überzeugung, obwohl sie das Risiko kannten, das mit ihrem Handeln verbunden war.

"Ich würde es genauso wieder tun!" beschreibt ihre Haltung kurz vor ihrem gewaltsamen Tod.

Das Stück beschäftigt sich mit der Frage des Widerstands und der menschlichen Haltung, die zum Widerstand führt. "Man muss einen harten Geist und ein weiches Herz haben", dieser Wahlspruch Sophies sagt uns deutlich, dass wir Unrecht früh genug erkennen und es dann nicht hinnehmen sollen.

Pressestimmen

Das gesamte Ensemble schafft es mit kleinsten Veränderungen einen in die jeweilige Zeit des Stückes mitzunehmen. Die musikalischen und gesanglichen Elemente sind bewegend in das Stück eingebaut. Es berührt einen seltsam, mit anzusehen, wie gerade Sophie Scholl in ihrer kindlichen Begeisterung der Hitlerjugend beitritt um mit ihren Geschwistern zusammen zu sein und dieser neuen Bewegung anzugehören, die so viel Aufschwung und Besserung verspricht. [...]

Ein Zitat aus dem Stück, dass mir sicher lange in Erinnerung bleiben wird, sind die Worte der Sophie Scholl, die im Rückblick feststellt: „Man muss das Unrecht bekämpfen, wenn es klein ist.“ Mein Fazit: Uneingeschränkt und unbedingt sehenswert!

von Tanja Wahle, Verband Hamburger Amateurtheater e.V.,
am 2013-05-06. Zum Artikel

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